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Individuelle Lernzeit (ILZ)

Individuelle Lernzeit (ILZ)

Individuelle Lernzeit (ILZ) ist eine in den Schulalltag integrierte Lernphase, in der Schülerinnen und Schüler unter Begleitung einer Lehrperson oder Betreuungsperson selbstständig an eigenen Aufgaben arbeiten. ILZ wird zunehmend als pädagogische Alternative zu klassischen Hausaufgaben verstanden und ist eng mit der Entwicklung von Tagesschulstrukturen verbunden. Anders verbreitete Begriffe: «Begleitetes Lernen», «Lernzeit», «Lernatelier», «Lernband».

Abgrenzung zur Hausaufgabenhilfe

ILZ und Hausaufgabenhilfe werden oft synonym verwendet, sind aber konzeptionell unterschiedlich:

ILZ – Individuelle LernzeitHausaufgabenhilfe
OrtIn der Schule, im Unterrichtstag integriertNach Schulschluss, in der Schule oder zu Hause
RahmenTeil des Schulkonzepts, Pflicht- oder AngebotsstundenAdd-on, meist freiwillig oder bei Bedarf
AufgabenquelleEigenes Lernen, Pflichtaufgaben und DifferenzierungsaufgabenKlassisch: Hausaufgaben aus dem Unterricht
ZielSelbstständiges Lernen aufbauen, Chancengerechtigkeit erhöhen, Hausaufgaben teilweise oder ganz ersetzenUnterstützung beim Erledigen vorgegebener Hausaufgaben
BegleitungLehrperson oder qualifizierte BetreuungOft Betreuungspersonen, manchmal Lehrpersonen
Funktion im TagStrukturelementarer SchultagErgänzendes Angebot

ILZ ist also konzeptionell weiter und tiefer verankert: Sie verändert die Tagesstruktur, nicht nur das Angebot. Hausaufgabenhilfe kann als Teil von ILZ realisiert werden, aber nicht umgekehrt.

Pädagogische Begründung

Die zentrale pädagogische Begründung der ILZ ist Chancengerechtigkeit: Klassische Hausaufgaben wirken sich ungleich auf die Schüler:innen aus, je nach familiärem Umfeld – Eltern mit Bildungs- und Zeit-Ressourcen können unterstützen, andere nicht. Wenn das Lernen in den Schultag integriert wird, kompensiert die Schule strukturelle Ungleichheiten statt sie zu verstärken.

Sekundäre Begründungen:

Verbreitung in der Schweiz

ILZ ist in der Schweiz uneinheitlich verbreitet:

Stolpersteine

Bedeutung für die Schulleitung

Drei konkrete SL-Aufgaben, falls ILZ eingeführt oder weiterentwickelt werden soll:

  1. Konzept verankern: Im Schulprogramm oder pädagogischen Konzept klären, was ILZ konkret leistet, wie sie zur Hausaufgabenpraxis steht und welche Aufgaben dort gehören
  2. Lehrpersonen befähigen: ILZ verlangt eine andere didaktische Haltung als Klassenunterricht – Begleitung statt Vermittlung. Das braucht Weiterbildung und Austausch
  3. Mit den Eltern kommunizieren: Eltern erwarten oft, dass ihr Kind «Hausaufgaben macht» – wenn die Schule das anders rahmt, braucht es Kommunikation und Erwartungsmanagement

Verbindungen