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Unterrichtsentwicklung (UE)

Unterrichtsentwicklung (UE)

Unterrichtsentwicklung ist einer der drei klassischen Wege im Drei-Wege-Modell von Rolff – neben Organisationsentwicklung (OE) und Personalentwicklung (PE). UE bezeichnet die systematische, datengestützte und kollegial getragene Weiterentwicklung des Unterrichts mit dem Ziel, das Lernen der Schüler:innen wirksamer, gerechter und nachhaltiger zu gestalten.

Abgrenzung: UE ist nicht Unterricht und nicht Unterrichtsplanung

Drei häufig verwechselte Ebenen:

UE ist also ein Schulentwicklungsweg, kein Unterrichtsereignis. Sie unterscheidet sich von individueller Unterrichtsreflexion durch ihre Systematik, kollegiale Verbindlichkeit und Anbindung an Schulziele.

Klassische Gegenstände der Unterrichtsentwicklung

Typische Handlungsfelder einer UE-Initiative:

Welche Schwerpunkte gesetzt werden, ergibt sich aus der Standortbestimmung (Schulqualitäts-Daten, Lehrpersonen-Befragung, externe Evaluation, kantonale Vorgaben) und aus dem Schulprogramm.

Werkzeuge und Instrumente

Wirksame UE arbeitet datengestützt und kollegial. Häufige Instrumente:

Ebenen wirksamer Unterrichtsqualität

UE setzt an mehreren Ebenen an, die in der Forschung systematisch beschrieben sind (siehe Ebenen der Unterrichtsqualität): Basisdimensionen (Klassenführung, kognitive Aktivierung, konstruktive Unterstützung) sowie fach- und situationsspezifische Qualitätsmerkmale. Hattie (Visible Learning) und Helmke (Unterrichtsqualität) liefern dazu empirische Referenzwerte – wobei UE-Arbeit nie blosses Anwenden von «Was wirkt» ist, sondern immer eine kontextsensible Aushandlung im Kollegium braucht.

Rolle der Schulleitung

Die Schulleitung ist in der UE nicht Unterrichts-Expertin (das ist die einzelne Lehrperson und das Fachkollegium), sondern Architektin der Entwicklungsprozesse:

Bezug zur Schulleitungs-Theorie (Dubs)

In Dubs' Konzeption der geleiteten Schule ist die UE einer der Kernbereiche pädagogischer Führung. Dubs betont die Kohärenz mit den anderen Führungsfunktionen (Organisation, Personal, Qualitätsmanagement) – UE in der Schweiz funktioniert nicht losgelöst, sondern eingebettet in das St. Galler Management-Modell für Schulen.

Verbindungen

Literatur