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Change Management und Organisationsentwicklung

Change Management und Organisationsentwicklung

Change Management (CM) und Organisationsentwicklung (OE) sind zwei verwandte, aber nicht deckungsgleiche Traditionen, Veränderungen in Organisationen zu gestalten.

Rolffs These: Change Management als Nachfolgekonzept der OE

Hans-Günter Rolff – der wohl prägendste Schulentwicklungsforscher im deutschsprachigen Raum – ordnet die Entwicklung pointiert ein: Change Management löst die klassische Organisationsentwicklung im Schulbereich zunehmend ab bzw. erweitert sie. Was bei OE als langsames, gruppendynamisches Lernen begann, wird unter Change-Management-Logik zielgerichteter, geführter, ergebnisorientierter (vgl. rolff-2017-schulleitung-auf-den-punkt-gebracht-by7x3kjx). Rolffs eigenes Netzwerk hiess ursprünglich «Organisationsentwicklung von Schulen» und wurde später in «Schulentwicklung» umbenannt – eine sprechende Verschiebung.

Das bedeutet nicht, dass OE überholt ist. Rolff bewahrt OE-Substanz – Beteiligung, Reflexion, professionelles Lernen – und erweitert sie um CM-Elemente: klare Steuerung, Architektur, Implementation. Sein Trias-Modell Schulentwicklung = Organisationsentwicklung + Unterrichtsentwicklung + Personalentwicklung integriert beide Stränge.

Kernmodelle aus der Wirtschaft – als Reminder

Warum Schulen besondere Logiken erfordern

Die Profi-Bürokratie Schule (vgl. Mintzbergs Organisationskonfigurationen) macht klassische CM-Modelle nicht falsch, aber unvollständig. Drei Spezifika:

1. Macht der Expertise. Lehrpersonen können Veränderungen nicht einfach «durchstellen» – sie haben fachliche und didaktische Letztverantwortung im Klassenzimmer. Kotters «Empowerment» heisst hier weniger «Ermächtigung von oben» als «Ernstnehmen vorhandener Autonomie».

2. Lange Zykluszeiten. Unterrichtsentwicklung wirkt in Schuljahren, nicht in Quartalen. CM-Tempi aus Reorganisationsprojekten passen selten; Lewins «Refreeze» dauert in der Schule realistisch zwei bis fünf Jahre.

3. Multireferenzialität. Schulen sind politisch, fachlich, sozial und administrativ zugleich gerahmt. Reine Effizienz- oder Stakeholder-Logiken übersehen die normative Dimension von Bildung.

Anschluss Wirtschaft → Volksschule

Aus Marketing- und BD-Erfahrung bringst du genau jene Kompetenzen mit, die OE traditionell unterbelichtet hatte: Storytelling, Stakeholder-Kommunikation, Pilotierung, datengestützte Steuerung, Iteration. Diese sind in der Schule wertvoll – aber sie greifen erst, wenn sie mit OE-Substanz (Beteiligung, professionelles Lernen, Vertrauensaufbau) kombiniert werden. Rolffs Trias liefert dafür den Rahmen: OE schafft die Strukturen, in denen UE wirken kann, und PE entwickelt die Personen, die UE tragen. CM ist das Steuerungs- und Architekturhandwerk darüber.

Konkretes Reminder-Set für den Alltag:

Verbindungen

Literatur