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Schulbasierte Ergotherapie (SB-ET)

Schulbasierte Ergotherapie (SB-ET)

Die schulbasierte Ergotherapie ist nicht die klassische Praxis-Ergotherapie im Behandlungszimmer, sondern ein junges, eigenes Arbeitsfeld: ergotherapeutisches Handeln in der natürlichen Lebensumwelt Schule, integriert in den Schulalltag, mit dem Ziel der Teilhabe. Sie ist deshalb der entscheidende Grund, warum sich die vermeintliche Lücke zur Psychomotoriktherapie verengt – und warum die Überweisungs-Weiche nicht über Setting oder Diagnose, sondern über den Leit-Fokus läuft.

Definition und Selbstverständnis

Wirth et al. (2024) zitieren die Definition der Arbeitsgruppe Schulbasierte Ergotherapie (DVE 2018): SB-ET unterstützt die Inklusion in der natürlichen Lebensumwelt Schule, alltagsbezogen und in den Schulalltag integriert; im Vordergrund steht nicht die Behinderung, sondern das Partizipations-Potenzial jedes Kindes für die Teilhabe am Schulalltag. Das Grundverständnis natürlicher Diversität in der Klasse ist die Basis des Handelns (Kap. 2.3, S. 19).

Diagnosen: bewusst nicht im Vordergrund

SB-ET arbeitet betätigungsorientiert an den Herausforderungen des Schulalltags, nicht entlang von Diagnosen. Wirth et al. widmen dem ein eigenes Kapitel – «Diagnosen: Türöffner oder Schublade?» –: «Da in der SB-ET Diagnosen nicht im Vordergrund stehen, liegt der Fokus auf der betätigungsorientierten ergotherapeutischen Arbeit» (Kap. 13.4, S. 299). Damit fällt die Diagnose-Gebundenheit als Unterscheidung zur diagnosefreien schulischen PMT weg.

Vorgehen: eingebettet statt ausgelagert

Charakteristisch ist die Einbettung in den Unterricht statt der Auslagerung: Push-In (Begleitung im Klassenzimmer) und Co-Teaching statt Pull-Out, sowie mehrstufige Interventionslogiken (Pyramidenmodell – von universellen Massnahmen für alle bis zu gezielter Einzelunterstützung). Damit ist auch das Setting kein Trennmerkmal mehr: SB-ET ist dort, wo die schulische PMT ohnehin schon ist.

Warum SB-ET die Lücke zur PMT verengt

Setting (schulisch eingebettet), Zielgruppe («für alle») und Diagnose-Unabhängigkeit – die naheliegenden Trennlinien – rücken die SB-ET genau dorthin, wo die PMT steht. Wirth et al. benennen die Überlappung selbst: In Luxemburg könnten dieselben Stellen von Ergo- oder PMT-Fachpersonen besetzt werden, und «oft» werde zwischen beiden Tätigkeitsfeldern noch kein Unterschied gemacht (S. 77). Was als belastbare Unterscheidung bleibt, ist allein der organisierende Fokus: Betätigung (Ergo) vs. Bewegung als Entwicklungsmedium der Person (PMT).

Verbindungen

Literatur