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Multiprofessionalität – konzeptuelle Grundlagen

Multiprofessionalität – konzeptuelle Grundlagen

Widmer-Wolf und Pool Maag fassen den Stand des Diskurses zur Multiprofessionalität an Schulen zusammen. Ausgangspunkt: Schulen sind durch Integration, Inklusion und gesellschaftliche Erwartungen heterogener geworden – die Lehrperson allein kann den Bildungsauftrag nicht mehr abdecken. Schulische Aufgaben werden zunehmend von mehreren Professionen wahrgenommen: Regellehrpersonen, schulische Heilpädagog:innen, Logopäd:innen, Psychomotoriktherapeut:innen, Schulsozialarbeit, DaZ-Fachpersonen, Klassenassistenzen.

Drei Begriffsschichten

Die Autorinnen unterscheiden präzise (vgl. auch die Diskussion in der eigenen PMT-Arbeit zur Begrifflichkeit): multidimensional beschreibt komplexe Phänomene mit mehreren Wirkebenen, multifaktoriell verweist auf vielfältige Ursachen, multiprofessionell beschreibt das Zusammenwirken unterschiedlicher Berufsgruppen mit eigenen Ausbildungs- und Handlungslogiken.

Spannungsfeld

Multiprofessionalität ist keine Wunschvorstellung, sondern ein Spannungsfeld: Sie bietet potenziell mehr Wirksamkeit (verschiedene Expertisen, geteilte Verantwortung, Entlastung), erzeugt aber gleichzeitig Reibung (unterschiedliche Sprachen, Macht- und Statusgefälle, ungeklärte Zuständigkeiten, Zeitaufwand für Abstimmung).

Widmer-Wolf und Pool Maag plädieren dafür, dieses Spannungsfeld bewusst zu gestalten statt es zu ignorieren – sie liefern dafür Modelle (vgl. Kooperationsformen: multi-, inter-, transdisziplinär) und Praxisbeispiele. Die Brücke zur eigenen Schulleitungsarbeit ist klar: Multiprofessionalität gelingt nicht von selbst, sie braucht aktive Führung.

Verbindungen

Literatur