🕸️
Gelingensbedingungen multiprofessioneller Teams

Gelingensbedingungen multiprofessioneller Teams

Widmer-Wolf und Pool Maag tragen empirische und praktische Befunde zusammen, unter welchen Bedingungen multiprofessionelle Teams an Schulen wirksam werden. Aus der Forschungslage und Praxisanalyse ergeben sich mehrere wiederkehrende Faktoren.

Strukturelle Bedingungen

Gesicherte Kooperationszeit im Stundenplan – nicht zwischen Tür und Angel. Klare Aufträge und Mandate für jede beteiligte Person (vgl. Rollenklärung in multiprofessionellen Teams). Stabile Teamzusammensetzung über mehrere Jahre – ständig wechselnde Konstellationen verbrauchen die Energie immer wieder in Orientierungsphasen. Räumliche Nähe (gemeinsame Arbeitsplätze, Lehrerzimmer mit allen Professionen) erleichtert informellen Austausch erheblich.

Inhaltlich-prozessuale Bedingungen

Gemeinsame Fallarbeit mit dokumentierten Förderplänen, die alle Beteiligten mittragen. Geteilte Sprache – sehr wichtig, weil Professionen oft mit den gleichen Worten Unterschiedliches meinen (z.B. «Förderung», «Beziehung», «Diagnostik»). Wechselseitige Hospitationen, um die Arbeit der anderen kennenzulernen. Klare Entscheidungsprozesse: Wer entscheidet was bei Dissens?

Haltungs-Bedingungen

Anerkennung der je anderen Profession – nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung. Bereitschaft zum Aushandeln statt Festhalten an Hoheitsbereichen. Geduld: Multiprofessionelle Teams brauchen mehrere Jahre, bis sie eingespielt sind.

Schulleitungen können nicht alle Bedingungen erzeugen, aber sie haben Hebel auf die strukturellen (siehe Schulleitungsaufgaben im multiprofessionellen Team) und können die Haltungsentwicklung im Kollegium aktiv prägen.

Verbindungen

Literatur