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Schulleitungsaufgaben im multiprofessionellen Team

Schulleitungsaufgaben im multiprofessionellen Team

Widmer-Wolf und Pool Maag formulieren explizit, welche Verantwortung der Schulleitung in multiprofessionellen Settings zukommt. Die These: Ohne aktive Führung verfallen multiprofessionelle Teams entweder in Konkurrenz oder in Beliebigkeit.

Strukturelle Steuerung

Schulleitungen verantworten die Rahmenbedingungen: gemeinsame Sitzungszeiten im Stundenplan, Ressourcenzuteilung (Lektionen, Räume, Material), Stabilität der Teamzusammensetzung, formale Regelungen (wer leitet welche Sitzung, wie werden Protokolle geführt, wo werden Förderpläne abgelegt).

Rollen- und Auftragsklärung

Ein zentraler Hebel ist die Auftragsklärung pro Profession: Was genau ist die Aufgabe der SHP? Was die der Logopädin? Wo gibt es Schnittstellen, wo Abgrenzungen? Die Schulleitung muss diese Klärung aktiv betreiben – sie passiert nicht von allein, weil die Beteiligten oft eigene Hoheitsbereiche schützen (vgl. Rollenklärung in multiprofessionellen Teams).

Kulturelle Prägung

Schulleitungen prägen, wie über die anderen Professionen gesprochen wird: als Entlastung oder als Eindringling? Als Expertise oder als Konkurrenz? Die Sprache der Schulleitung wirkt als Modell ins Kollegium hinein.

Konfliktbearbeitung

Multiprofessionelle Teams produzieren systematisch Konflikte (unterschiedliche Logiken treffen aufeinander). Die Schulleitung muss diese Konflikte ernst nehmen und aktiv moderieren – nicht delegieren («das müsst ihr unter euch klären»). Sonst verfestigen sich Lager, und die Wirkung des Teams sinkt deutlich.

Widmer-Wolf und Pool Maag betonen, dass diese Aufgaben Zeit und Aufmerksamkeit kosten – Schulleitungen, die das nicht ernst nehmen, ernten dysfunktionale Teams trotz formal vorhandener Strukturen.

Verbindungen

Literatur