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Rollenklärung in multiprofessionellen Teams

Rollenklärung in multiprofessionellen Teams

Widmer-Wolf und Pool Maag identifizieren fehlende oder unklare Rollenklärung als eine der häufigsten Ursachen, warum multiprofessionelle Teams ihre Wirkung nicht entfalten. Wenn alle Beteiligten implizit unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wer für was zuständig ist, entstehen Doppelspurigkeiten, Lücken und Reibung.

Drei Dimensionen der Klärung

Aufgabe: Was tut diese Person konkret im Schulalltag? (z.B. die SHP unterrichtet IF-Lektionen, hospitiert im Regelunterricht, führt Förderpläne, berät Eltern.) Auftrag: Wofür ist sie verantwortlich, wofür rechenschaftspflichtig? Wer erteilt ihr den Auftrag (Schulleitung, Schulpsychologischer Dienst, Eltern)? Mandat: Welche Befugnisse hat sie – darf sie Entscheidungen treffen, oder schlägt sie nur vor?

Diese drei Ebenen sind nicht deckungsgleich. Die SHP kann z.B. die Aufgabe haben, Klassenassistenzen anzuleiten, aber kein Mandat, ihnen Weisungen zu erteilen.

Praktisches Vorgehen

Widmer-Wolf und Pool Maag empfehlen, Rollen schriftlich zu klären – nicht als Bürokratie-Übung, sondern als Reflexions-Werkzeug. Pflichtenhefte oder Funktionsbeschriebe sollten regelmässig aktualisiert werden, weil sich Aufgaben mit den Jahren verschieben.

Wichtig ist auch die Klärung im Team: Die Profession der SHP muss nicht nur für sich klar sein, sondern auch für die Regellehrpersonen, mit denen sie zusammenarbeitet. Andernfalls entstehen Erwartungsdiskrepanzen («Ich dachte, das machst du!»).

Konfliktprävention

Saubere Rollenklärung wirkt konfliktpräventiv (Konfliktmanagement an Schulen): Wenn Zuständigkeiten geklärt sind, lassen sich Streitpunkte schneller einer Person zuordnen statt zu personalisieren. Wer den Konflikt formell zuständig ist, kann ihn bearbeiten – ohne Klärung bleibt er im Raum hängen.

Verbindungen

Literatur