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Kooperationsformen: multi-, inter-, transdisziplinär

Kooperationsformen: multi-, inter-, transdisziplinär

Widmer-Wolf und Pool Maag arbeiten heraus, dass Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen in Schulen auf unterschiedlichen Tiefenstufen stattfinden kann. Die häufig synonym verwendeten Begriffe «multidisziplinär», «interdisziplinär» und «transdisziplinär» bezeichnen tatsächlich drei qualitativ unterschiedliche Kooperationsformen.

Die drei Stufen

Multidisziplinär: Mehrere Professionen arbeiten parallel am gleichen Kind. Jede:r hat einen eigenen Auftrag, eigene Diagnose, eigene Massnahmen. Austausch findet höchstens punktuell statt. Beispiel: SHP führt IF-Stunden, Logopädin macht Sprachtherapie, Psychomotorik-Therapeutin behandelt – alle für sich.

Interdisziplinär: Die Professionen stimmen sich ab, behalten aber ihre Fachperspektive bei. Es gibt geteilte Ziele, gegenseitige Information, koordinierte Massnahmen. Beispiel: Eine Fallrunde, in der alle Beteiligten den Förderplan gemeinsam besprechen, aber jede:r in ihrem Bereich umsetzt.

Transdisziplinär: Die Grenzen zwischen den Professionen werden bewusst überschritten. Es entsteht ein gemeinsames Verständnis des Falles, gemeinsame Methodik, geteilte Verantwortung. Das ist die anspruchsvollste Form – sie braucht eingespielte Teams und viel Zeit.

Konsequenz für die Praxis

Die meisten Schulen arbeiten faktisch multi- bis interdisziplinär. Transdisziplinarität ist eher die Ausnahme und braucht bewusste Investition (gemeinsame Fortbildung, geteilte Sprache, regelmässige Reflexion).

Widmer-Wolf und Pool Maag betonen: Es ist nicht überall die gleiche Stufe nötig. Wichtig ist, dass alle Beteiligten wissen, auf welcher Stufe sie arbeiten – und dass die gewählte Stufe zur Aufgabe passt.

Verbindungen

Literatur