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Digitale Körperräume und Körperbild

Digitale Körperräume und Körperbild

Digitale Medien sind für Jugendliche nicht nur Kommunikationsmittel, sondern Räume, in denen sie ihren Körper aktiv herstellen, bearbeiten, posten und bewertet bekommen. Hochvisuelle Plattformen sind durch Visualität, Öffentlichkeit und Quantifizierbarkeit geprägt; Likes, Kommentare und Followerzahlen machen soziale Bewertung sichtbar (Roberts et al. 2022). Selfies, Filter und Bildbearbeitung können den Abstand zwischen gespürtem, sichtbarem und digital optimiertem Körper vergrössern und stehen mit Körperunzufriedenheit, Selbstobjektivierung, Scham und gestörtem Essverhalten in Verbindung (Eichenberg & Auersperg 2018) (Korte 2021). Bei Jungen organisiert sich Körperunzufriedenheit eher über Muskel-, Fitness- und Leistungsnormen (Grimm 2020). Die HBSC-Daten zeigen den Zusammenhang von Körpergewichtsunzufriedenheit und Häufigkeit der Social-Media-Nutzung schon bei 11- bis 15-Jährigen (Querschnitt, kein Kausalbeweis) (Balsiger et al. 2023).

Thinspiration/Fitspiration sowie Pro-ED-/Pro-Ana-/Pro-Mia-Inhalte sind klinisch besonders relevant: Sie idealisieren Dünnsein bzw. Körperoptimierung und können Essstörungssymptome normalisieren und eine Behandlung abwerten. Sie wirken weniger als alleinige Ursache, sondern als Verstärkungs- und Verfestigungsraum einer bereits vulnerablen Entwicklung (Roberts et al. 2022) (Siefert 2015). (In Anamnese und Notizen ohne reproduzierte Inhalte/Techniken behandeln.)

Für Anamnese und Fallverständnis folgt: nicht bloss Bildschirmzeit erfassen, sondern Plattformen, aussehensbezogene Vergleiche, Selfies/Bildbearbeitung, Likes, körperbezogene Accounts sowie Thinspiration-/Pro-Ana-Kontakt (Siefert 2015) (Eichenberg & Auersperg 2018). Für die PMT heisst das: Körperarbeit muss auch den digital gezeigten und bewerteten Körper mitdenken. PMT bietet dabei keinen medienpädagogischen, sondern einen leiblichen Erfahrungszugang – «Was lösen Likes, Vergleiche oder bearbeitete Bilder im Körper aus? Wie fühlt sich Gesehenwerden an?» – und ersetzt keine Medienpädagogik. Medienpsychologisch ergänzend: Selbstbewusstsein stärken, funktionale Coping-Strategien, kritisch-reflexive Medienkompetenz und gutes Bystander-Verhalten (Paschel et al. 2025).

Verbindungen

Literatur