JAMES-Studie – Grundkonzept
Die JAMES-Studie (Jugend, Aktivitäten, Medien – Erhebung Schweiz) ist die wichtigste Schweizer Längsschnittstudie zur Mediennutzung Jugendlicher. Sie wird im Zweijahres-Rhythmus durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) durchgeführt – Daniel Süss leitet die Studie seit ihrer Gründung 2010. Die Ausgabe 2024 ist die fortgesetzte Erhebung dieser Reihe.
Was JAMES misst
JAMES erhebt repräsentativ bei 12- bis 19-jährigen Jugendlichen in allen drei grossen Sprachregionen der Schweiz: Wie und wofür nutzen sie Medien? Befragt werden Mediennutzungsdauer, bevorzugte Geräte und Plattformen, Inhalte und Aktivitäten, Risiko-Erfahrungen, Werte und Einstellungen rund um Medien.
Die Studie ist deskriptiv orientiert – sie zeigt, was ist, nicht primär, was sein soll. Wertende Schlüsse bleiben den Adressat:innen überlassen: Eltern, Schulen, Politik, Forschung, Medienpädagogik.
Methodik
Befragt werden jeweils mehrere Tausend Jugendliche schweizweit – mit gleicher Methodik in allen Sprachregionen. Die Zweijahres-Erhebung ermöglicht Trend-Analysen: Wie verändert sich Mediennutzung über die Zeit? Welche Plattformen kommen, welche gehen? Welche Verhaltensmuster sind stabil, welche dynamisch?
Komplementäre Studien
Die JAMES-Reihe wird ergänzt durch MIKE (Medien, Interaktion, Kinder, Eltern – für 6- bis 13-Jährige) und ADELE+ (für jüngere Kinder). Zusammen ergeben die drei Studien ein umfassendes Bild der Mediennutzung über alle Schulalter.
Bedeutung für die Schule
Schulen können JAMES-Daten in mehreren Hinsichten nutzen: zur Einordnung eigener Beobachtungen («Was wir bei uns sehen, ist das eine Schweizer Tendenz oder lokal?»), zur Argumentation gegenüber Eltern (was ist die Realität jugendlicher Mediennutzung, jenseits von Eltern-Mythen?), zur Konzeptarbeit im Bereich digitale Bildung und Prävention (siehe Online-Risiken im Jugendalter: JAMES-Befunde und Medien im schulischen Kontext (JAMES-Befunde)).
Für Medienbildung und digitale Entwicklung ist JAMES eine zentrale empirische Bezugsquelle in der Schweiz. Wer in der Volksschule mit Lehrplan-21-Modul «Medien und Informatik» arbeitet, profitiert davon, die JAMES-Realität zu kennen, an die das Modul anschliesst.
Verbindungen
- medien-digitale-entwicklung – die JAMES-Studie dokumentiert digitale Mediennutzung empirisch
- Bildungsbericht Schweiz – Grundkonzept – JAMES wird im Bildungsbericht als Quelle herangezogen
- Mediennutzung Jugendlicher – JAMES-Befunde – die Kerndaten der Studie über Jugendliche und ihre Mediennutzung
- Online-Risiken im Jugendalter: JAMES-Befunde – Risiko-Themen werden in der JAMES-Studie systematisch erhoben
Literatur
- Külling-Knecht, C., Waller, G., Willemse, I., Deda-Bröchin, S., Suter, L., Streule, P., Settegrana, N., Jochim, M., Bernath, J. & Süss, D. (2024). Ergebnisbericht zur JAMES-Studie 2024. Zürich: Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften – Departement Angewandte Psychologie [ZHAW].
Verweise auf diese Seite
- Medien im schulischen Kontext (JAMES-Befunde) Zettelkasten
- Mediennutzung Jugendlicher – JAMES-Befunde Zettelkasten
- Online-Risiken im Jugendalter: JAMES-Befunde Zettelkasten