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Medien im schulischen Kontext (JAMES-Befunde)

Medien im schulischen Kontext (JAMES-Befunde)

Die JAMES-Studie erhebt auch, wie sich Schule und digitale Medien aus Sicht der Jugendlichen zueinander verhalten. Diese Aussensicht ist für Schulleitungen und Lehrpersonen wertvoll, weil sie eine empirische Korrektur zur Selbst-Wahrnehmung der Schule liefert.

Schulische Medien-Nutzung aus Schülersicht

Jugendliche erleben Schule und ihre digitale Lebenswelt häufig als zwei separate Welten – mit nur teilweise überlappender Medien-Nutzung. In der Schule wird mit anderen Plattformen, anderen Apps, anderen Aufgabenmustern gearbeitet als in der Freizeit. Diese Trennung kann sinnvoll sein (Schule schützt vor Ablenkung), wird aber auch als Bruch erlebt («Was wir hier lernen, hat mit unserem Leben nichts zu tun»).

Die JAMES-Befunde zeigen über die Erhebungen typische Spannungen: Schule wird einerseits als Ort gesehen, an dem Medien-Kompetenz vermittelt werden sollte; andererseits als Ort, an dem Medien-Nutzung restriktiv geregelt ist. Beides kann nebeneinander stehen, aber Jugendliche bemerken die Inkonsistenzen.

Lehrpersonen als Medienpädagog:innen

Aus JAMES-Daten und ergänzender Forschung wird sichtbar, dass Lehrpersonen sehr unterschiedlich auf Medien-Themen vorbereitet sind. Einige sind kompetent und sicher; andere fühlen sich überfordert und vermeiden das Thema. Die Lehrplan-21-Anforderungen gelten unabhängig davon – das schafft Spannung für Schulleitungen, die Lehrpersonen-Weiterbildung und Personalentwicklung planen.

Eltern, Schule und Medien

Eine wiederkehrende Beobachtung von JAMES: Eltern und Schule sind in Medienfragen oft nicht koordiniert. Was zu Hause erlaubt ist, kann in der Schule untersagt sein und umgekehrt. Klare Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus – mit realistischer Information statt Schreckens-Szenarien – ist hilfreich.

Implikationen für Schulleitungen

Für die Digitalisierung im Unterricht und für die Medien-Strategie einer Schule legen die JAMES-Befunde mehrere Schwerpunkte nahe:

Realismus statt Idealismus: Jugendliche sind «digital natives», aber das heisst nicht, dass sie automatisch medienkompetent sind. Sie kennen Bedienoberflächen, aber nicht zwingend Datenschutz, Quellenkritik, Algorithmen-Wissen.

Differenzierung statt Pauschalisierung: Verbote und Freigaben pauschal über die ganze Schule wirken oft nicht. Differenzierung nach Alter, Setting und Begründung ist sinnvoll.

Lehrpersonen-Kompetenz priorisieren: Ohne sichere und reflektierte Lehrpersonen läuft Medienbildung leer. Investitionen in Lehrerbildung und Weiterbildung sind ein Schlüssel.

Kontinuität statt Aktionismus: Medien-Themen sind Dauerthemen, nicht einzelne Projekte. Regelmässige Auseinandersetzung im Schulalltag wirkt nachhaltiger als jährliche «Medien-Wochen».

Verbindungen

Literatur