Kompetenzbereiche der Psychomotorik: Ich – Sach – Sozial
Psychomotorische Förderung zielt nicht auf isolierte Bewegungsfertigkeiten, sondern auf Handlungskompetenz in drei Erfahrungsbereichen: dem Umgang mit sich selbst (Ich), mit der materialen Welt (Sach) und mit anderen (Sozial). Diese Dreiteilung ist das inhaltliche Rückgrat der kompetenzorientierten Psychomotorik.
Die drei Kompetenzbereiche
Fischer leitet aus dem psychomotorischen Grundverständnis drei untrennbare Kompetenzbereiche ab:
- Ich-Kompetenz – den eigenen Körper wahrnehmen, erleben, verstehen, mit ihm umgehen und mit sich selbst zufrieden sein.
- Sach-Kompetenz – die materiale Umwelt wahrnehmen (erleben und verstehen) und in und mit ihr umgehen.
- Sozial-Kompetenz – erfahren und erkennen, dass sich Lernprozesse im Spannungsfeld zwischen den eigenen und den Bedürfnissen anderer vollziehen.
Sie sind keine getrennten Trainingsziele, sondern Facetten einer Bewegungshandlung – an ihr ist immer die ganze Person beteiligt (vgl. Trias).
Herkunft
Die Trias steht in der handlungs- und kompetenzorientierten Tradition der Psychomotorik (Aktionskreis Psychomotorik; Schillings Motologie) und prägt bis heute Förderziele und -planung (→ Ansätze im Überblick).
Verbindungen
- Ressourcen- und Kompetenzorientierung in der Psychomotorik – Die Kompetenzbereiche sind der inhaltliche Zielraum der Kompetenzorientierung.
- Psychomotorische Trias: Wahrnehmen – Bewegen – Erleben – Ich, Sach und Sozial sind Facetten der einen Einheit von Wahrnehmen, Bewegen und Erleben.
- Psychomotorische Ansätze im Überblick – Die Trias entstammt dem handlungsorientierten Ansatz.
- Selbstwirksamkeitserwartung (Bandura) – Ich-Kompetenz und das «mit sich zufrieden sein» berühren unmittelbar die Selbstwirksamkeit.
Literatur
- Fischer, K. (2009). Einführung in die Psychomotorik (3., überarb. u. erw. Aufl.). München: Reinhardt. — ~S. 18: Ableitung der drei Kompetenzbereiche Ich-, Sach- und Sozial-Kompetenz (wörtlich). ()
- Zimmer, R. (2019). Handbuch Psychomotorik. Theorie und Praxis der psychomotorischen Förderung von Kindern (Überarb. Neuausg., 14. Gesamtaufl.). Freiburg im Breisgau: Herder. — Kap. 2 zum handlungsorientierten Ansatz; Schilling/Motologie als Bezug (~S. 15, 38–40). ()
Verweise auf diese Seite
- Psychomotorische Ansätze im Überblick Zettelkasten
- Ressourcen- und Kompetenzorientierung in der Psychomotorik Zettelkasten