🕸️
Ressourcen- und Kompetenzorientierung in der Psychomotorik

Ressourcen- und Kompetenzorientierung in der Psychomotorik

Die zeitgenössische Psychomotorik hat sich vom defizit- und störungsorientierten Blick gelöst und fragt zuerst nach Stärken, Ressourcen und Kompetenzen des Kindes. Nicht das Behandeln eines Mangels steht im Zentrum, sondern das Ermöglichen gelingender Erfahrungen – eng verknüpft mit der psychomotorischen Trias und dem Verständnis von Bewegung als Entwicklungsmedium.

Vom Defizit zur Ressource (salutogenetisch)

Zimmer rückt Psychomotorik in den Rahmen einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung und einer ausdrücklich «ressourcenorientierten Sichtweise», die nicht die Krankheitsrisiken, sondern Schutzfaktoren und Stärken in den Vordergrund stellt (Salutogenese nach Antonovsky). Der Blick verschiebt sich von «Was fehlt?» zu «Was trägt?».

Kompetenzorientierung statt Funktionstraining

Fischer ordnet diesem Denken eine kompetenztheoretische Perspektive zu: Förderung zielt auf den Aufbau von Handlungskompetenz (→ die drei Kompetenzbereiche Ich – Sach – Sozial), nicht auf das Einüben isolierter Funktionen. Bewegung ist Mittel zur Kompetenz, nicht Selbstzweck.

Wirkung: Selbstwirksamkeit

Möllers macht den Mechanismus explizit: Ressourcenorientierung heisst, Selbstwirksamkeitserfahrungen zu ermöglichen – das Kind erlebt sich als wirksam, was Resilienz und Gesundheitsressourcen stärkt. Theoretisch ist das anschlussfähig an Banduras Selbstwirksamkeitserwartung; diese Brücke (Bewegungserfolg als Bewältigungserfahrung) führt die eigene Notiz Selbstwirksamkeit in der Psychomotorik aus. Gerade bei motorischen Entwicklungsstörungen verhindert dieser Zugang die Verfestigung eines Misserfolgs-Selbstbildes.

Verbindungen

Literatur