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Lernkultur gestalten – als Führungsaufgabe

Lernkultur gestalten – als Führungsaufgabe

Anderegg et al. unterscheiden zwischen allgemeiner Schulkultur und der spezifischen Lernkultur – also den geteilten Annahmen, Routinen und Praktiken, die regeln, wie an einer Schule gelernt wird (von Schüler:innen wie auch von Erwachsenen).

Merkmale einer förderlichen Lernkultur

Eine starke Lernkultur zeichnet sich aus durch: Fehler als Lernchance statt als Defizit (psychologische Sicherheit); Sichtbarkeit des Lernens (Lernziele sind transparent, Fortschritt wird besprochen, vgl. Feedback in der Lernforschung – differenziert betrachtet); Kooperation als Norm (Lernen geschieht im Austausch, nicht in Konkurrenz, vgl. Professionelle Lerngemeinschaft (PLG)); Hohe Erwartungen mit hoher Unterstützung (anspruchsvoll, aber zugewandt); Reflexion als Routine statt nur in Krisen.

Hebel der Schulleitung

Lernkultur lässt sich nicht «verordnen» – aber gezielt prägen. Anderegg et al. nennen mehrere Hebel: Welche Geschichten erzählt die Schulleitung im Kollegium (Erfolg = Leistung oder Erfolg = Entwicklung)? Welche Themen erhalten Sitzungszeit (Probleme oder Lernfortschritt)? Welche Räume gibt es für Austausch (Pausenraum, formale PLG-Zeiten, kollegiale Hospitationen)? Wie reagiert die Schulleitung auf Fehler im Kollegium?

Wichtig ist die Kongruenz: Wenn die Schulleitung Fehler als Lerngelegenheit deklariert, dann aber bei eigenen oder Lehrpersonen-Fehlern sanktioniert, bricht die Kultur sofort zusammen. Lernkultur ist eine langfristige Investition – wirkungsvoll erst, wenn sie als alltägliche Praxis verankert ist, nicht als Slogan.

Verbindungen

Literatur