Schulkultur als Gegenstand der Schulleitungs-Arbeit

Schulkultur – die geteilten Werte, Routinen, Geschichten und unausgesprochenen Regeln einer Schule – ist nach Rolff ein bewusstes Arbeitsfeld der Schulleitung, nicht nur ein nebenbei entstehendes Klima. Kultur entscheidet, ob neue Ideen aufgenommen oder absorbiert werden, ob Konflikte konstruktiv bearbeitet oder verschleppt werden, ob Lehrpersonen sich zugehörig fühlen oder innerlich kündigen.

Kultur lässt sich nicht «anweisen», aber sie lässt sich gestalten – über Symbole (was wird gefeiert?), Rituale (welche Begegnungen sind verbindlich?), Sprache (wie wird über Schülerinnen und Schüler geredet?) und das Vorbild der Schulleitung im Alltag. Wirksame Schulleitungen sind kultursensibel und kulturgestaltend.

Was Rolff als Arbeitsfeld beschreibt, begründet Roland Reichenbach von der Gemeinschaft her: Gemeinschaften sind nur Hoffnungsgemeinschaften, sofern sie Erinnerungsgemeinschaften sind – sie leben davon, dass ihre Geschichten weitererzählt werden, Erzählungen, die zeigen, was als gut gilt und welche Loyalitäten erwartet werden (2025, S. 76 f.). Für eine Schule heisst das: Die Geschichten, die im Lehrerzimmer über frühere Kolleginnen, gelungene Projekte und überstandene Krisen erzählt werden, sind die Kultur – und eine Schulleitung, die nur das Neue erzählt, entzieht ihr den Boden (vgl. Bewahren, verbessern, hinnehmen).

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Literatur