🕸️
Distributed Leadership – verteilte Führung

Distributed Leadership – verteilte Führung

Anderegg et al. greifen das Konzept Distributed Leadership auf und übertragen es auf die Schweizer Schulrealität. Die Grundthese: Führung in komplexen Schulen kann nicht eine Person allein leisten – sie ist immer auf mehrere Schultern verteilt, ob bewusst gestaltet oder nicht.

Was «verteilt» bedeutet

Verteilte Führung heisst nicht einfach Aufgabendelegation. Sie bedeutet, dass Führungsfunktionen (Initiieren, Koordinieren, Entwickeln, Repräsentieren) in der Schule mehrfach besetzt sind: durch die formelle Schulleitung, durch Fachverantwortliche, durch Steuergruppen, durch informelle Meinungsführer:innen im Kollegium. Wer welche Funktion wahrnimmt, kann je nach Thema wechseln.

Gestaltungsaufgabe der Schulleitung

Distributed Leadership entlastet die Schulleitung nicht von Verantwortung – im Gegenteil. Sie muss die Verteilung bewusst gestalten: Wer trägt welche Verantwortung? Welche Rollen sind formalisiert, welche informell? Wer entscheidet was? Wo gibt es Doppelspurigkeiten oder Lücken?

Anderegg et al. weisen darauf hin, dass verteilte Führung Vertrauen voraussetzt: Schulleitungen müssen es aushalten, dass Aufgaben anders erledigt werden, als sie es selbst getan hätten. Wer Mikromanagement betreibt, blockiert die Wirkung dieses Modells.

Eng verknüpft ist das Konzept mit professionellen Lerngemeinschaften und mit einer kooperativen Schulkultur – ohne diese Grundlage bleibt Distributed Leadership Theorie.

Verbindungen

Literatur