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Wirkfaktoren auf Schulebene (Hattie 2023)

Wirkfaktoren auf Schulebene (Hattie 2023)

In Visible Learning, the sequel differenziert Hattie systematischer als 2010 zwischen Wirkebenen: Schüler:in, Lehrperson, Klasse, Schule, Lehrplan, Familie/Umfeld. Faktoren auf Schulebene wurden lange unterschätzt. Hattie zeigt, dass einige davon zu den wirksamsten gehören.

Top-Faktoren auf Schulebene

Die einflussreichsten Faktoren auf Schulebene umfassen typischerweise: Collective Teacher Efficacy (sehr hohe Effektstärke), Schulleitung mit Fokus auf Lernen (vgl. pädagogische Führung), Schulklima und Beziehungen im Kollegium und gegenüber Schüler:innen, Erwartungshaltung des Kollegiums an die Schüler:innen (hohe Erwartungen wirken stark), Klarheit der Lernziele auf Schulebene (geteilte Vorstellung davon, was «gelungenes Lernen» an dieser Schule ist).

Weniger stark wirken oft die «sichtbarsten» Faktoren: Schulgrösse, Räumlichkeiten, Klassengrösse innerhalb üblicher Bandbreiten, Schulart (öffentlich/privat) – sie haben in Hatties Synthese moderate oder geringe Effektstärken.

Implikationen

Diese Differenzierung ist für Schulleitungen ernüchternd und ermutigend zugleich. Ernüchternd: Viele klassische Reformhebel (mehr Geld in Gebäude, kleinere Klassen, neue Strukturen) bewegen weniger als angenommen.

Ermutigend: Die wirklich wirksamen Faktoren liegen in Kultur, Haltung und Kooperation – also in Bereichen, die Schulleitungen aktiv gestalten können, ohne neue Mittel zu brauchen.

Bezug zur Praxis

Praktisch heisst das: Statt Energie in Strukturreformen zu investieren, lohnt sich Aufmerksamkeit für Kultur, für CTE und für die Qualität des kollegialen Austauschs. Das sind die Hebel mit der höchsten Wirkung pro investiertem Energie-Aufwand.

Verbindungen

Literatur