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Lernerfolg nach Largo

Lernerfolg nach Largo

Remo Largos Flugschrift beantwortet die Titelfrage «Wer bestimmt den Lernerfolg: Kind, Schule, Gesellschaft?» als Gegenlektüre zu Hattie aus der Kind-Perspektive – erschienen im Jahr der deutschen Hattie-Rezeption. Largo würdigt die «monumentale Arbeit» (800 Metaanalysen, 50'000 Studien, 250 Millionen Schüler, 138 Faktoren; Hattie 2009, 2013) und findet die Ergebnisse gerade deshalb «brisant, weil sie in manchen Ländern quer zu den bildungspolitischen Debatten stehen» (Largo 2013, S. 19, 22).

Die Methodenkritik – Lektionen im Umgang mit Effektstärken

Largo benennt die Unschärfen präzise (S. 19–20): Die Studie erfasst ausschliesslich messbare kognitive Fachleistungen (ethische, musische, soziale Lernziele fehlen); Überlappungen zwischen Faktoren konnten nicht analysiert werden; und – methodisch am lehrreichsten – geringe Streuung im Datensatz macht Faktoren unsichtbar: Dass Klassengrösse «unbedeutend» erscheint, liegt auch daran, dass die meisten untersuchten Klassen 15–25 Kinder umfassten; extreme Abweichungen sind damit nicht entlastet (S. 20). Wer d-Werte zitiert, sollte diese drei Vorbehalte mitzitieren können.

Largos drei Listen (nach Hattie 2009)

Ohne Einfluss: Noten, Hausaufgaben, Klassengrösse, individualisierter Unterricht, leistungshomogene Klassenbildung, jahrgangsübergreifende Klassen (S. 21). Mit positivem Einfluss: Respektierung des Schülers als Person und Lernenden, Lehrer-Schüler-Beziehung, Qualität des Unterrichts (S. 21). Mit negativem Einfluss: Schulwechsel, Sitzenbleiben, Fernsehen (S. 22). Zwei Schweizer Pointen stecken darin: Altersdurchmischung ist per se weder Heil noch Schaden – es kommt auf die didaktische Nutzung an; und die Repetition steht evidenzbasiert auf der Negativliste.

Die Faktoren-Tour

Relevanz für die Schulleitung

Verbindungen

Quellennachweis

Largo, R. H. (2013). Wer bestimmt den Lernerfolg: Kind, Schule, Gesellschaft? (Nachdr.). Beltz (Reihe «Flugschriften – Archiv der Zukunft»; enthält zudem das Gespräch «Der Vorteil, verschieden zu sein» mit Reinhard Kahl, S. 75 ff.). – Hattie-Referat und Methodenkritik: S. 19–20; drei Faktorenlisten: S. 21–22; Familie: S. 23; Rahmenbedingungen/Leitung/Struktur (Strukturreform-Zitat): S. 24; Lehrer (Moser & Tresch, Schuldabwälzungs-Verbot, EMU, emotionales Klima): S. 25–28; Schüler/Lese-Biografien: S. 28–29; Kapitelfrage Kind vs. Schule: S. 37. Seitenzahlen am PDF-Volltext verifiziert (Druckseite = PDF-Seite − 1).

Literatur