🕸️
Visible Learning, the sequel – Erweiterungen

Visible Learning, the sequel – Erweiterungen

Hattie legt mit Visible Learning, the sequel (2023) eine massive Aktualisierung seiner ursprünglichen Synthese (Visible Learning – das Grundkonzept) vor. Die Datenbasis ist nochmals deutlich gewachsen (über 2'100 Meta-Analysen, knapp 130'000 Studien). Wichtiger als die schiere Menge sind die inhaltlichen Verschiebungen.

Fünf Hauptlinien der Erweiterung

Erstens: Die meisten Effektstärken aus 2010 sind stabil geblieben. Die «Hinge-Point»-Schwelle von 0.4 (vgl. Effektstärke und der «Hinge Point» d = 0.40) als Orientierung für überdurchschnittliche Wirkung bleibt bestehen.

Zweitens: Stärkere Differenzierung von Schulebene (Klima, kollektive Lehrer-Wirksamkeit, Schulleitung) gegenüber Unterrichts- und Schülerebene. Hattie ordnet Wirkfaktoren konsequenter den Ebenen zu (siehe Wirkfaktoren auf Schulebene (Hattie 2023)).

Dritter Schwerpunkt: Das, was Schüler:innen tun, ist wichtiger als das, was Lehrpersonen tun. Selbstregulation, Metakognition, eigene Zielsetzung erhalten mehr Gewicht (vgl. Lernende als ihre eigene Lehrperson).

Vierter Schwerpunkt: Feedback wird differenziert nach Aufgabenfeedback, Prozessfeedback, Selbstregulations-Feedback und (am wenigsten wirksam) personalem Feedback (vgl. Feedback in der Lernforschung – differenziert betrachtet).

Fünfter Schwerpunkt: Mind frames – die Haltungen erfolgreicher Lehrpersonen – werden als zehn explizite Prinzipien ausformuliert (siehe Mind Frames – zehn Haltungen erfolgreicher Lehrpersonen).

Methodische Reflexionen

Hattie geht in der Sequel auch auf die in der Wissenschaft geäusserte Kritik ein und präzisiert manche Aussagen. Dabei bleibt er bei seinem Grundanliegen: Empirie soll Praktiker:innen Orientierung geben, ohne unzulässig zu vereinfachen.

Verbindungen

Literatur