Methodische Kritik an Visible Learning
Visible Learning hat starke Wirkung in der Bildungspraxis entfaltet, ist aber methodisch breit diskutiert. Zentrale Kritikpunkte: Die Vergleichbarkeit der zusammengeführten Studien ist eingeschränkt (unterschiedliche Outcomes, Altersgruppen, Kontexte werden in einen Mittelwert verrechnet). Der Hinge Point von d = 0.40 ist nicht zwingend, sondern eine pragmatische Setzung. Negative oder schwach wirkende Faktoren verschwinden bei Mittelung über sehr unterschiedliche Studien. Und die Übertragung von angelsächsischen Bildungssystemen auf den DACH-Kontext ist nicht trivial.
Hattie selbst hat in der Fortsetzung 2023 einige Befunde revidiert und differenziert. Für die Schulleitungs-Praxis heisst das: Visible Learning ist eine wertvolle Orientierungshilfe, aber kein Rezeptbuch. Die Befunde sind Gesprächsgrundlage für kollegiale Reflexion, nicht Vorgaben, die mechanisch umgesetzt werden können.
Verbindungen
- Visible Learning – das Grundkonzept – Grundlegung, auf die sich die Kritik bezieht
- Effektstärke und der «Hinge Point» d = 0.40 – kritische Diskussion des Schwellenwerts
- Datengestützte Schulentwicklung – ähnliche Frage nach Reichweite quantitativer Daten
Literatur
- Hattie, J. (2010). Visible learning. A synthesis of over 800 meta-analyses relating to achievement (Nachdr.). London: Routledge.
Verweise auf diese Seite
- Bildungsmonitoring und evidenzbasiertes Handeln Zettelkasten
- Direkte Instruktion vs. entdeckendes Lernen Zettelkasten
- Effektstärke und der «Hinge Point» d = 0.40 Zettelkasten
- Visible Learning – das Grundkonzept Zettelkasten
- Visible Learning, the sequel – Erweiterungen Zettelkasten