Feedback in der Lernforschung – differenziert betrachtet
Feedback gehört bei Hattie zu den wirksamsten Einflussfaktoren (d ≈ 0.7 im Mittel), die Streuung der Studien ist jedoch sehr breit. Hattie und Timperley unterscheiden vier Feedback-Ebenen: Aufgabe («Das Ergebnis ist richtig/falsch»), Prozess («So bist du vorgegangen, das hätte besser sein können»), Selbstregulation («Wie überwachst du dein Lernen?») und Person («Du bist klug»). Die ersten drei wirken positiv, die vierte – Lob auf die Person – wirkt eher negativ.
Wichtiger als «mehr Feedback» ist das richtige Feedback zur richtigen Zeit: Lernende brauchen Information darüber, wo sie hinmüssen (Ziel), wo sie stehen (Status), was als nächstes hilft (Strategie). Feedback, das diese drei Fragen nicht beantwortet, hat oft wenig Wirkung – oder ist sogar kontraproduktiv.
Verbindungen
- Selbsteinschätzung der Lernenden – ein Top-Faktor – Selbsteinschätzung als Voraussetzung für Feedback-Nutzung
- Visible Learning – das Grundkonzept – Feedback macht Lernen für beide Seiten sichtbar
Literatur
- Hattie, J. (2010). Visible learning. A synthesis of over 800 meta-analyses relating to achievement (Nachdr.). London: Routledge.
Verweise auf diese Seite
- 360°-Feedback im Q2E-Modell Zettelkasten
- Aufgabe als zentrales didaktisches Element Zettelkasten
- Beurteilung als Teil der Planung Zettelkasten
- Feedback-Kultur an der Schule Zettelkasten
- Lehrer-Schüler-Beziehung als Wirkfaktor Zettelkasten
- Lernende als ihre eigene Lehrperson Zettelkasten
- Lernkultur gestalten – als Führungsaufgabe Zettelkasten
- Lernstrategien und Metakognition Zettelkasten
- Mind Frames – zehn Haltungen erfolgreicher Lehrpersonen Zettelkasten
- Rolle der Lehrperson im Churermodell Zettelkasten
- Selbsteinschätzung der Lernenden – ein Top-Faktor Zettelkasten
- Teacher Clarity – Lehrerklarheit Zettelkasten
- Visible Learning, the sequel – Erweiterungen Zettelkasten