Selbsteinschätzung der Lernenden – ein Top-Faktor
Die eigene Einschätzung der Schülerinnen und Schüler bezüglich ihrer Leistungsfähigkeit war in Hatties Originalstudie 2010 der Faktor mit der höchsten Effektstärke (d ≈ 1.4). In der Fortsetzung 2023 wurde der Faktor differenzierter behandelt und unter «Self-Assessment» neu eingeordnet, bleibt aber unter den wirksamsten Einflüssen.
Der Befund irritiert auf den ersten Blick: Wenn Schülerinnen und Schüler sich gut einschätzen können, lernen sie offenbar besser. Hattie deutet das so: Selbsteinschätzung setzt Metakognition voraus – das Wissen darüber, was man weiss und nicht weiss. Dieses Wissen ist die Voraussetzung für gezieltes Lernen. Unterricht sollte daher Schülerinnen und Schüler systematisch zur Reflexion ihres eigenen Lernstandes anleiten, nicht nur Inhalte vermitteln.
Verbindungen
- Visible Learning – das Grundkonzept – Sichtbarmachen für die Lernenden
- Feedback in der Lernforschung – differenziert betrachtet – verwandtes Konzept der Rückmeldung
Literatur
- Hattie, J. (2010). Visible learning. A synthesis of over 800 meta-analyses relating to achievement (Nachdr.). London: Routledge.
Verweise auf diese Seite
- Beurteilung als Teil der Planung Zettelkasten
- Feedback in der Lernforschung – differenziert betrachtet Zettelkasten
- Lernende als ihre eigene Lehrperson Zettelkasten
- Mind Frames – zehn Haltungen erfolgreicher Lehrpersonen Zettelkasten
- Schulleitung als Lernende – Haltung statt Rolle Zettelkasten
- Selbstreguliertes Lernen Zettelkasten
- Visible Learning – das Grundkonzept Zettelkasten