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Schulleitung als Lernende – Haltung statt Rolle

Schulleitung als Lernende – Haltung statt Rolle

Eine wiederkehrende These bei Anderegg et al.: Schulleitungen, die das Lernen ins Zentrum rücken wollen, müssen selbst lernende Personen sein. Nicht im Sinne formaler Weiterbildung – sondern als grundsätzliche Haltung der eigenen Führungspraxis gegenüber.

Indikatoren einer lernenden Haltung

Was zeichnet eine «lernende» Schulleitung aus? Zentrale Merkmale: Neugier auf die eigene Wirkung (Was bewirken meine Entscheidungen tatsächlich? – siehe auch Self-Reported Grades als Selbsteinschätzungs-Frage). Bereitschaft zu Irrtum (statt Verteidigung von Fehlentscheidungen). Aktives Einholen von Feedback aus dem Kollegium, von Schüler:innen, von Eltern. Reflexionsrituale (Tagebuch, Intervision, Coaching).

Warum das schwierig ist

Anderegg et al. beschreiben offen, weshalb diese Haltung in der Praxis selten ist: Schulleitungen stehen unter Erwartungsdruck (von Behörden, Eltern, Kollegium), erscheinen sollte man «kompetent» und «entscheidungsstark». Die offene Haltung «Ich weiss es nicht – lass uns gemeinsam lernen» kollidiert mit diesen Erwartungen.

Die Autor:innen plädieren dennoch dafür, weil ohne diese Haltung Glaubwürdigkeit verloren geht: Wer Lehrpersonen zur Reflexion auffordert, sie selbst aber nicht zeigt, verliert. Die Forderung deckt sich mit Erkenntnissen zur Selbstführung und schliesst an Senges Konzept der lernenden Organisation an.

In der Praxis bedeutet das konkret: Regelmässige Supervision, kollegiale Beratung mit anderen Schulleitungen, dokumentierte Reflexion eigener Entscheidungen, und das Aushalten von Nichtwissen in der eigenen Schule.

Verbindungen

Literatur