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Aufgabe als zentrales didaktisches Element

Aufgabe als zentrales didaktisches Element

Berner, Isler und Weidinger argumentieren: Die Qualität des Unterrichts wird zu einem grossen Teil über die Qualität der Aufgaben bestimmt. Was die Lehrperson sagt, prägt den Unterricht weniger als das, was die Schüler:innen tun – und das wird durch Aufgaben gesteuert.

Merkmale guter Aufgaben

Gute Lernaufgaben haben mehrere Eigenschaften: Sie sind kognitiv anspruchsvoll, aber bewältigbar (Zone der nächsten Entwicklung); sie sind inhaltlich relevant (kein «Beschäftigungsprogramm»); sie sind klar formuliert mit klaren Erfolgskriterien; sie ermöglichen mehrere Lösungswege oder Bearbeitungstiefen (siehe Adaptiver Unterricht – Prinzipien); und sie produzieren Lernspuren, die Lehrperson und Schüler:innen für Feedback nutzen können (vgl. Feedback in der Lernforschung – differenziert betrachtet).

Aufgabentypen

Berner et al. unterscheiden u.a. zwischen Übungsaufgaben (Festigen bereits eingeführter Inhalte), Lernaufgaben (Aneignen neuer Inhalte), Anwendungsaufgaben (Transfer auf neue Situationen) und Reflexionsaufgaben (Bewusstmachen des eigenen Denkens). Jeder Typ hat seinen Platz – einseitiger Fokus (z.B. nur Übung) reduziert die Lernwirkung deutlich.

Aufgabenkultur

«Aufgabenkultur» beschreibt das Gesamt der Aufgaben, mit denen Schüler:innen typischerweise konfrontiert sind. An vielen Schulen dominieren reproduktive Aufgaben – die Forschung legt nahe, dass mehr kognitiv anspruchsvolle und problemorientierte Aufgaben bessere Lernergebnisse produzieren. Berner et al. plädieren deshalb für eine bewusste Gestaltung der Aufgabenkultur, sowohl auf Klassenebene als auch fach- und stufenübergreifend.

Verbindungen

Literatur