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Adaptiver Unterricht – Prinzipien

Adaptiver Unterricht – Prinzipien

Berner, Isler und Weidinger entfalten Adaptivität als zentrales Prinzip zeitgemässen Unterrichts. Adaptiver Unterricht ist die Antwort auf Heterogenität in modernen Klassen – ein Antwortversuch, der mehr leistet als die klassische innere Differenzierung, weil er Anpassung als laufende Praxis versteht.

Adaptivität auf drei Zeitskalen

Adaptiver Unterricht passt sich auf drei Ebenen an: Mikroadaptivität im Unterrichtsmoment (die Lehrperson registriert Verstehen oder Nichtverstehen und reagiert sofort, z. B. mit Nachfragen, Hinweis, Hilfe); Mesoadaptivität innerhalb einer Lektionsreihe (Aufgaben werden je nach Lernstand variiert, Gruppen umgebildet); Makroadaptivität im Schulhalbjahr oder Jahr (Lernpfade werden angepasst, Niveaugruppen revidiert).

Mikroadaptivität ist die anspruchsvollste – sie verlangt von der Lehrperson permanente Diagnostik und Flexibilität im Moment.

Was adaptiv nicht bedeutet

Berner et al. grenzen ab: Adaptiv heisst nicht, jedem Kind ein eigenes Programm zu basteln (das wäre weder leistbar noch sinnvoll); es heisst nicht, alle gleich machen zu wollen (das ignoriert Heterogenität); es heisst nicht, Anforderungen nach unten zu nivellieren («alle sollen es schaffen»).

Adaptiv heisst, im Rahmen klarer Zielvorstellungen Wege und Tempi an die Lernenden anzupassen – mit dem Anspruch, dass jede:r ein zumindest angemessenes Lernergebnis erreicht.

Voraussetzungen

Adaptivität braucht: gute Aufgaben mit Variations-Potenzial, schnelle Diagnostik (Beobachten, Schülerprodukte, Kurztests), klare Routinen für unterschiedliche Sozialformen, und eine Lehrperson, die Unsicherheit aushält – denn adaptiv heisst auch: nicht alles ist planbar.

Verbindungen

Literatur