Merkmale guten Unterrichts

Nach Hans Berner, Rudolf Isler und Wiltrud Weidinger

Die Liste aus Einfach gut unterrichten (2024, S. 25 f., Abb. 6) folgt einem Vorschlag von Wolfgang Beywl, der die Merkmale aus Hattie, Helmke und Meyer zu einer Gesamtschau zusammenführt (S. 25) – sie ist Synthese, nicht eigene Systematik der drei.

Nr.MerkmalThemenkreis
1UnterrichtsklimaLernatmosphäre
2KlassenführungLernatmosphäre
3Echte LernzeitLernatmosphäre
4MotivierungMotivation
5LeistungserwartungMotivation
6Klarheit in Inhalt und StrukturDidaktisch-methodisches Know-how
7Rhythmisieren und ArtikulationenDidaktisch-methodisches Know-how
8Angebotsvariation und MethodenvielfaltDidaktisch-methodisches Know-how
9Schülerorientierung und UnterstützungDidaktisch-methodisches Know-how
10Heterogenität und individuelle FörderungDidaktisch-methodisches Know-how
11Konsolidierung und intelligentes ÜbenDidaktisch-methodisches Know-how
12Selbsttätigkeit und LernaufgabenDidaktisch-methodisches Know-how

Nach Andreas Helmke

Helmkes Merkmale kursieren in zwei Fassungen, und die Unterscheidung ist wichtig. Die folgende Zehnerliste stammt aus früheren Auflagen und ist in der Lehrpersonenausbildung bis heute verbreitet: Während sich in der Forschung das Modell der drei Basisdimensionen etabliert habe, würden in der Ausbildung «oftmals die Merkmalslisten von Helmke (2022) oder Meyer (2022) aufgegriffen» (Wemmer-Rogh et al. 2023, S. 5). Im Korpus liegt nur die Neubearbeitung – die Zehnerliste ist hier deshalb nicht am Volltext belegt.

  1. Klassenführung
  2. Klarheit und Strukturiertheit
  3. Konsolidierung und Sicherung (Üben von Inhalten)
  4. Aktivierung
  5. Motivierung
  6. Lernförderliches Klima
  7. Schülerorientierung
  8. Kompetenzorientierung
  9. Umgang mit Heterogenität
  10. Angebotsvielfalt

In der Neubearbeitung von 2022 sieht Helmkes Systematik anders aus. Er differenziert dort fünf Gruppen fachübergreifender Qualitätsbereiche: Klassenführung; Erleichterung und Förderung der Informationsverarbeitung; Förderung der Lernbereitschaft (Motivierung, lernförderliches Klima, Schülerpartizipierung); Kompetenzorientierung; Passung (2022, S. 141). Dazu ein Vorbehalt in eigener Sache: Jede solche Klassifikation sei «eine individuelle Konstruktion», Anzahl und Bezeichnung der Kategorien «bis zu einem gewissen Grad willkürlich und beliebig» (S. 142). Wer mit Merkmalslisten arbeitet, sollte das mitsagen.

Nach Hilbert Meyer

  1. Klare Strukturen des Unterrichts
  2. Hoher Anteil echter Lernzeit
  3. Lernförderliches Klima
  4. Inhaltliche Klarheit
  5. Sinnstiftendes Kommunizieren
  6. Methodenvielfalt
  7. Individuelles Fördern
  8. Intelligentes Üben
  9. Transparente Leistungserwartungen
  10. Vorbereitete Umgebung

Sechs Qualitätsbereiche guter Schulen des Deutschen Schulpreises

  1. Unterrichtsqualität
  2. Leistung
  3. Umgang mit Vielfalt
  4. Verantwortung
  5. Schulklima, Schulleben und ausserschulische Partner
  6. Schule als lernende Institution

Verbindungen

Literatur