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Didaktisches Handeln – Grundbegriffe (Berner)

Didaktisches Handeln – Grundbegriffe (Berner)

Berner, Isler und Weidinger entwickeln in Einfach gut unterrichten einen praxisnahen Zugang zur Didaktik. Sie verstehen Unterrichten als professionelles Handeln – nicht als Anwendung von Rezepten, sondern als reflektierte Gestaltung von Lernsituationen.

Kernbegriffe

Im Zentrum stehen drei Begriffe: Unterricht als geplante Lernsituation, Lernen als individueller Aneignungsprozess der Schüler:innen, Lehren als das Handeln der Lehrperson, das Lernen ermöglicht. Wichtig ist die Trennung: Lehren ≠ Lernen. Selbst der beste Unterricht «macht» nicht das Lernen – er bietet Lerngelegenheiten an (vgl. Angebot-Nutzungs-Modell).

Drei Tätigkeitsfelder

Didaktisches Handeln umfasst drei zeitlich verschachtelte Tätigkeiten: Planen (vor dem Unterricht: Ziele, Inhalte, Aufgaben, Sozialformen), Durchführen (im Unterricht: Klassenführung, Aufgabenstellung, Beobachten, Anpassen) und Reflektieren (nach dem Unterricht: Was hat gewirkt? Was nicht? Was beim nächsten Mal?). Alle drei sind gleich wichtig – Reflexion wird im Alltag aber oft vernachlässigt.

Berners Grundhaltung

Berner et al. plädieren für eine handwerklich-reflektierte Haltung: Unterrichten ist erlernbar, hat aber eine eigene Komplexität, die formale Ausbildung allein nicht abdeckt. Die Autoren wenden sich gegen zwei Pole – gegen die naive Annahme «mit ein paar guten Methoden gelingt jeder Unterricht» ebenso wie gegen die mystifizierende Annahme «gute Lehrpersonen sind geboren, nicht gemacht».

Diese Grundlegung verbindet praktisches Können mit theoretischer Reflexion und ist Voraussetzung für alle weiteren Themen im Buch (Klassenführung, Aufgabenkultur, Adaptivität, Beziehung, Methoden).

Verbindungen

Literatur