Qualitätsbereich Unterricht (TG)
Der Qualitätsrahmen Volksschule Thurgau formuliert für den Bereich Unterricht vier Merkmale. Sie greifen Kernfragen guten Unterrichts auf und übersetzen sie in beobachtbare, dokumentierbare schulische Praxis.
Merkmal 1 – Unterrichtskonzept
Die Schule hält fest, welche methodisch-didaktischen Ansprüche an den Unterricht gelten.
- Elementarstufe: Schul-Dokumente enthalten einzelne Aussagen zu didaktischen Ansprüchen.
- Zielstufe: Ein Unterrichtskonzept beschreibt umfassend die geltenden methodisch-didaktischen Ansprüche.
- Exzellenzstufe: Die Schulleitung thematisiert das Konzept periodisch mit dem Kollegium – Konzept wird gelebte Praxis.
Verzahnung: Das Unterrichtskonzept ist anschlussfähig an die Merkmale guten Unterrichts und an die Planungs-Linie aus Zumsteg 2020.
Merkmal 2 – Kompetenzorientierung des Unterrichts
Wie ist Kompetenzorientierung (Lehrplan 21) im Schulalltag verankert?
- Elementarstufe: Der Unterrichtsbeobachtungsbogen der Schulleitung enthält Indikatoren zum kompetenzorientierten Unterricht.
- Zielstufe: Auch der Gesprächsleitfaden für das MAG weist auf Kompetenzorientierung hin – das Thema kommt im Personalgespräch vor.
- Exzellenzstufe: Periodische Thematisierung im Kollegium.
Verzahnung: Schliesst direkt an Kompetenzorientierte Unterrichtsplanung an. Praxis-Konsequenz: Beobachtungsbogen und Gesprächsleitfaden sind die zwei zentralen Schulleitungs-Werkzeuge.
Merkmal 3 – Beurteilung
Wie sichert die Schule eine kohärente Beurteilungspraxis?
- Elementarstufe: Schriftliche Vereinbarungen zur zyklusinternen und zyklusübergreifenden Beurteilung der Schüler:innen.
- Zielstufe: Den Vereinbarungen ist zu entnehmen, wie die Schule eine abgestimmte Beurteilungskultur sicherstellt – vertikal (über Klassen/Zyklen hinweg) und horizontal (zwischen Parallelklassen).
- Exzellenzstufe: Periodische Thematisierung im Kollegium.
Verzahnung: Schliesst direkt an Zumstegs Beurteilung als Teil der Planung an. Praxis-Pointe: Beurteilung darf nicht nur individuelle Lehrer-Praxis sein – die Schule trägt Verantwortung für Konsistenz.
Merkmal 4 – Perspektive der Schüler:innen auf Wirkungen des Unterrichts
Wie kommen die Schüler:innen selbst als Feedback-Quelle zum Unterricht ins Spiel?
- Elementarstufe: Lehrpersonen informieren sich regelmässig durch Austausch mit Schüler:innen über Wirkungen ihres Unterrichts (z.B. Lerngespräche, Feedback bei Lektionsende) und leiten Schlüsse ab.
- Zielstufe: Die Schulleitung stellt Methoden/Instrumente und koordiniertes Vorgehen sicher.
- Exzellenzstufe: Periodische Überprüfung der Methoden im Kollegium.
Verzahnung: Knüpft an Hatties Lernende als eigene Lehrperson und an die 360°-Feedback-Logik an. Praxis-Pointe: Schüler:innen-Feedback ist nicht nur Höflichkeitsgeste – es ist eine systematische Datenquelle für Unterrichtsentwicklung.
Was der Bereich Unterricht von der SL verlangt
In Summe verlangt der Bereich Unterricht von der Schulleitung: ein gepflegtes Unterrichtskonzept, einen Unterrichtsbeobachtungsbogen mit Kompetenzorientierungs-Indikatoren, einen Gesprächsleitfaden für das MAG, schriftliche Beurteilungsvereinbarungen und ein System für SuS-Feedback.
Das sind konkrete, sichtbare Steuerungsinstrumente – Hebel, die eine Schulleitung tatsächlich in der Hand hat.
Verbindungen
- Qualitätsrahmen Volksschule Thurgau – Grundkonzept – der TG-Rahmen, in dem der Bereich verortet ist
- Merkmale guten Unterrichts – die inhaltlichen Kriterien des Q-Bereichs
- Kompetenzorientierte Unterrichtsplanung – Planungs-Qualität als Indikator des Bereichs
- Beurteilung als Teil der Planung – Beurteilungs-Praxis als Indikator
- Stufenmodell als Standortbestimmungs-Instrument – das Bewertungsraster für den Q-Bereich
Literatur
- Amt für Volksschule Thurgau (2024). Qualitätsrahmen Volksschule Thurgau. Kanton Thurgau. https://av.tg.ch/public/upload/assets/99086/Qualitaetsrahmen_Volksschule_Thurgau.pdf — Gültig ab 01.08.2024 (Stand 22.01.2024)
Verweise auf diese Seite
- Ebenen der Unterrichtsqualität Zettelkasten
- Qualitätsrahmen Volksschule Thurgau – Grundkonzept Zettelkasten