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Stufenmodell als Standortbestimmungs-Instrument

Stufenmodell als Standortbestimmungs-Instrument

Das Vier-Stufen-Modell des Qualitätsrahmens TG (Entwicklungs- / Elementar- / Ziel- / Exzellenzstufe) ist nicht nur für das Audit-Team gedacht – es ist ein praktisches Selbstbewertungs-Instrument für die Schulleitung. Richtig eingesetzt, ist es eines der wertvollsten Werkzeuge der schulischen Steuerung.

Was die Stufen bedeuten

Entwicklungsstufe: «Der Bereich ist bei uns kaum sichtbar oder bewusst bearbeitet.» Beispiel: Es gibt keine schriftlichen Beurteilungsvereinbarungen, jede Lehrperson beurteilt nach eigenem Gusto.

Elementarstufe: «Wir haben das Grundlegende.» Beispiel: Schriftliche Beurteilungsvereinbarungen existieren. Das ist der kantonale Mindestanspruch – wer hier nicht ist, hat einen Auftrag vom Audit-Team zu erfüllen.

Zielstufe: «Wir arbeiten fortgeschritten an diesem Bereich.» Beispiel: Die Vereinbarungen sichern eine abgestimmte Beurteilungskultur vertikal und horizontal.

Exzellenzstufe: «Das Thema ist eingebettet, wird reflektiert und weiterentwickelt.» Beispiel: SL thematisiert die Beurteilungs-Vereinbarungen periodisch im Kollegium.

Standortbestimmung durchführen

Schritt-für-Schritt-Vorgehen für eine Standortbestimmung mit dem Stufenmodell:

Schritt 1 – Material sammeln: Welche Dokumente, Vereinbarungen, Konzepte zum jeweiligen Merkmal liegen vor? Was wird tatsächlich gelebt?

Schritt 2 – Pro Merkmal Stufe einschätzen: Für jedes der 12 Merkmale (mit Untergliederungen) die Stufe identifizieren, auf der die Schule realistisch steht. Dabei nicht das Ideal-Bild, sondern das tatsächliche.

Schritt 3 – Belegen, nicht behaupten: Jede Einschätzung mit konkreten Belegen unterlegen – ein Konzept, ein Protokoll, eine Vereinbarung, eine Praxis. Wo Belege fehlen, ist die Stufe wahrscheinlich zu hoch eingeschätzt.

Schritt 4 – Verschiedene Perspektiven einholen: Die SL allein sieht nicht alles. Steuergruppe, Konvente, einzelne Lehrpersonen können andere Einschätzungen haben. Differenzen sind nicht Fehler, sondern Hinweise.

Schritt 5 – Lücken zur Elementarstufe identifizieren: Wo ist die Elementarstufe nicht erreicht? Das sind die Pflicht-Themen der nächsten Jahre.

Schritt 6 – Schwerpunkte für höhere Stufen wählen: Aus den restlichen Merkmalen werden 2–3 gewählt, an denen die Schule aktiv Richtung Ziel- oder Exzellenzstufe arbeiten will. Mehr ist nicht realistisch.

Wann durchführen?

Was nicht in das Modell hineinprojizieren

Das Stufenmodell ist Strukturhilfe, keine Bewertung von Lehrpersonen. Es geht um die Schule als Organisation, nicht um einzelne Personen. Wer das Modell als Personalbewertung einsetzt, missbraucht es und beschädigt die Vertrauensbasis im Kollegium.

Auch: Die Stufen sind keine «Schulnoten». Eine Elementarstufe ist nicht «genügend», sondern «funktioniert mit Sicherheit». Eine Zielstufe ist nicht «gut», sondern «entwickelt sich konsequent in eine bestimmte Richtung».

Verbindung zur Schulentwicklung

Das Stufenmodell ist ein Werkzeug evidenzbasierter Schulentwicklung: Es macht Stand und Lücken sichtbar und unterstützt die datengestützte Schulentwicklung. Wenn es konsequent zur Selbstbeobachtung genutzt wird, baut sich über die Jahre ein klares Bild der schulischen Entwicklung auf – nicht als Episoden, sondern als kontinuierliche Bewegung.

Verbindungen

Literatur