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Interozeption

Interozeption

Interozeption ist die Wahrnehmung innerer Körpersignale – Hunger, Sättigung, Müdigkeit, Herzschlag, Atmung, Muskelspannung, aber auch körperlich getönter Gefühlszustände. Sie ist die «nach innen gerichtete» Seite der psychomotorischen Trias von Wahrnehmen, Bewegen und Erleben und Voraussetzung dafür, eigene Bedürfnisse und Affekte differenziert zu erkennen und zu regulieren.

Bei der Anorexia nervosa ist die Interozeption charakteristisch beeinträchtigt: Betroffene nehmen Hunger, Sättigung, Anspannung oder emotionale Körperzustände schlecht differenziert wahr und ordnen sie unsicher zu (Jaite et al. 2024, S. 44) (Probst & Diedens 2017, S. 216) (Sipos & Schweiger 2011, S. 222). Eng damit verbunden sind alexithyme Merkmale – Schwierigkeiten, Gefühle zu identifizieren und zu beschreiben –, die bei Jugendlichen mit restriktiven Essstörungen gehäuft auftreten (Coci et al. 2022, ~S. 11). Aufnahmedaten bestätigen erhöhte Belastungen im Bereich interozeptiver Wahrnehmung (Fröhlich-Gildhoff et al. 2023, S. 120).

Daraus folgt der psychomotorische Ansatzpunkt: Übungen zu differenzierterer Körperwahrnehmung und zum Wechsel zwischen Aktivierung und Beruhigung (Arousal-Regulation) – nicht leistungsförmig gerahmt – sollen innere Zustände wieder zugänglicher und benennbar machen und ein weniger kompensatorisches Verhältnis zu Bewegung fördern (Probst & Diedens 2017, S. 220) (Sipos & Schweiger 2011, S. 46 ff.). Mehr dazu in den Interventionsbausteinen.

Verbindungen

Literatur