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NSO-Modell: normativ – strategisch – operativ

NSO-Modell: normativ – strategisch – operativ

Capaul, Seitz und Keller (2020, S. 110 f.) übertragen das aus der Managementlehre bekannte St. Galler Management-Modell auf die Schule und unterscheiden drei Ebenen von Managementprozessen: normativ, strategisch und operativ. (In der SL-Praxis oft auch als «drei Führungsebenen» bezeichnet.) Diese Differenzierung strukturiert das ganze Buch und ist ein zentrales Werkzeug für Schulleitungen, um Entscheidungen sauber zu verorten.

Die drei Ebenen

Die normative Ebene – bei Capaul «normative Managementprozesse» (S. 110) – umfasst Wertvorstellungen sowie Bildungs- und Erziehungsziele: Werte, Mission, Vision, Leitbild, pädagogische Grundüberzeugungen. Capaul: «Die verschiedenen Normen und Werte müssen geklärt, reflektiert und zu einer gemeinsamen Vision von der Zukunft» der Schule verdichtet werden. Sie wechselt selten und prägt langfristig die Identität der Schule.

Die strategische Ebene – «strategische Managementprozesse» (S. 110) – definiert das Festlegen längerfristiger Ziele und deren Umsetzung: mehrjährige Ziele, Schwerpunkte, Schulprogramm, Ressourcenplanung. Hier werden grundlegende Stossrichtungen festgelegt – passend zum pädagogischen Konzept.

Die operative Ebene – «operative Managementprozesse» (S. 111) – organisiert den alltäglichen Schulbetrieb: Stundenpläne, einzelne Massnahmen, kurzfristige Vorhaben, Alltagsabläufe. Capaul: hier geht es um «alltägliche Führungsaufgaben, die im Zusammenhang mit den operativen Vollzugs- und Unterstützungsprozessen anfallen».

Didaktische Zuspitzung

Die griffige Leitfragen-Trias «Wozu? / Was? / Wie?» für die drei Ebenen ist eine Veranschaulichung dieser Note, nicht Capauls Terminologie – Capaul arbeitet mit den Klammer-Beschreibungen oben. Für mündliche Erklärungen ist die Trias trotzdem hilfreich.

Bezug zur Praxis

Capaul et al. plädieren dafür, alle drei Ebenen bewusst zu pflegen – jede Entscheidung sollte einer dieser Ebenen klar zuordenbar sein. Praktisch heisst das: Strategische Schwerpunkte müssen aus normativen Setzungen abgeleitet sein, und operative Massnahmen müssen strategischen Zielen dienen. Verkettet sind die Ebenen über Zielsysteme (vgl. smart-ziele-in-der-schule).

Die verbreitete Beobachtung, dass Schulleitungen sich häufig auf der operativen Ebene verzetteln und die strategische wie normative Arbeit vernachlässigen, ist eine gängige Management-Diagnose – sie findet sich so weder bei Capaul noch wörtlich bei Dubs und sollte nicht einer einzelnen Quelle zugeschrieben werden. Dubs macht eine verwandte, aber andere Beobachtung: dass Schulbehörden ins Operative eindringen, statt strategisch zu führen (Dubs 2019, S. 73; vgl. Operatives vs. strategisches Führen).

Abgrenzung zu «operatives vs. strategisches Führen»

Diese Note und Operatives vs. strategisches Führen überlappen thematisch, sind aber komplementär (verschiedene Quellen, verschiedene Schwerpunkte):

Verbindungen

Literatur