Q2E – Der Qualitätszyklus
Das Herzstück des Q2E-Modells ist der Qualitätszyklus – ein wiederholbarer Prozess, der Qualität als fortlaufende Bewegung statt als statischen Zustand versteht. Der Zyklus ist die operative Konkretion der Q2E-Grundidee.
Vier Phasen
Der klassische Q2E-Zyklus umfasst vier Phasen, die direkt an den PDCA-Zyklus aus dem Qualitätsmanagement anschliessen:
Planen (Plan): Klären, was erreicht werden soll. Welche Qualitätsziele setzen wir uns – im Schulprogramm, in einem Schwerpunktthema, in einer einzelnen Fachgruppe? Was sind die Indikatoren?
Umsetzen (Do): Die geplanten Massnahmen werden im Schulalltag umgesetzt. Die Schule arbeitet an den Zielen, dokumentiert was sie tut, beobachtet erste Wirkungen.
Überprüfen (Check): Systematische Evaluation – wurde erreicht, was geplant war? Welche Daten und Beobachtungen liegen vor? Selbst- und Fremdevaluation (siehe Selbstevaluation und Fremdevaluation – die zwei Säulen) liefern die Grundlage.
Anpassen (Act): Aus den Befunden werden Konsequenzen gezogen – Korrekturen, Verstärkungen, neue Zielsetzungen. Der Zyklus beginnt von neuem auf einer höheren Reflexionsebene.
Spirale, nicht Kreis
Wichtig ist die Lesart als Spirale: Jeder Durchlauf hebt das Niveau der Qualitätsarbeit, statt nur zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Was in der letzten Runde gelernt wurde, fliesst in die nächste ein. Mit jedem Zyklus wächst auch das Wissen über die eigene Schule – ein Effekt, der gerade für datengestützte Schulentwicklung zentral ist.
Mehrere Zyklen parallel
In der Praxis laufen verschiedene Zyklen auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig:
- Schulprogramm-Zyklus (mehrjährig, ca. 4 Jahre): grosser strategischer Rhythmus mit Selbst- und ggf. externer Evaluation am Ende.
- Schwerpunktthemen-Zyklus (jährlich oder zweijährig): ein konkretes Entwicklungsthema wird durchlaufen.
- Individual-Zyklus der Lehrpersonen: Jährlicher Rhythmus mit Mitarbeitergespräch, Zielvereinbarung, Individualfeedback, Reflexion.
Die Zyklen sind verkoppelt – sie sollten aufeinander Bezug nehmen, sich gegenseitig informieren.
Praxis-Realität
Q2E mahnt zu realistischem Tempo: Lieber ein Zyklus pro Jahr gut durchgeführt als zehn halbherzig. Wer alle Qualitätsbereiche und alle Zyklen gleichzeitig bearbeiten will, überfordert die Schule (vgl. Projekt vs. Prozessorientierung).
Schulleitungen müssen entscheiden, welches Schwerpunktthema im aktuellen Jahr-Zyklus bearbeitet wird – mit klarer Reduktion und Fokussierung, nicht mit umfassenden Programmen, die niemand mehr trägt.
Verbindungen
- Q2E – Grundkonzept – der theoretische Rahmen, in dem der Zyklus operiert
- pdca-zyklus-schulentwicklung – PDCA ist die generische Vorform des Q2E-Zyklus
- Selbstevaluation und Fremdevaluation – die zwei Säulen – die zwei Evaluationsmodi, die im Zyklus wechseln
- Vom Projekt zur Prozessorientierung – der Zyklus überführt Projekte in zyklische Routinen
- Datengestützte Schulentwicklung – Daten sind das Substrat, mit dem der Zyklus gefüttert wird
Literatur
- Steiner, P. & Landwehr, N. (2008). Q2E – Qualität durch Evaluation und Entwicklung (Heft 1 bis 6). Qualität durch Evaluation und Entwicklung. Konzepte, Verfahren und Instrumente zum Aufbau eines Qualitätsmanagements an Schulen. Bern: Hep.
Verweise auf diese Seite
- Führungskreislauf und Qualitätskreislauf im TG-Qualitätsrahmen Zettelkasten
- Q2E in der Schulleitungspraxis Zettelkasten
- Q2E – Grundkonzept Zettelkasten
- Qualitätskreislauf TG Zettelkasten