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Vom Projekt zur Prozessorientierung

Vom Projekt zur Prozessorientierung

Brückel et al. unterscheiden zwei Logiken der Schulentwicklung: das Projekt (eine zeitlich begrenzte Veränderung mit klarem Anfang und Ende) und den Prozess (eine fortlaufende Bewegung ohne definitives Ende). Beide haben ihren Platz, aber sie verlangen unterschiedliche Steuerung.

Projekt-Logik

Projekte sind sinnvoll für klar umrissene Vorhaben: Einführung eines neuen Beurteilungssystems, Umbau eines Raumkonzepts, Implementierung des Lehrplans 21. Sie haben Zielsetzung, Ressourcen, Meilensteine, Verantwortliche, Evaluationspunkte. Projekte lassen sich gut planen, dokumentieren, abschliessen.

Risiko der Projekt-Logik: Nach dem Projektabschluss «versiegt» die Veränderung. Was ins Schulleben aufgenommen werden sollte, fällt zurück in alte Muster. Oder: Es laufen so viele Projekte parallel, dass das Kollegium permanent in Initiativ-Hektik ist (vgl. «Illusion der Initiative» in den Lernhindernissen nach Senge).

Prozess-Logik

Prozesse sind sinnvoll für Daueraufgaben: Qualitätsentwicklung, Lernkultur, Kooperationsformen, Kommunikation mit Eltern. Sie brauchen keine Eröffnung und keinen Abschluss, sondern Routinen, in denen sie immer wieder bearbeitet werden – mit dem PDCA-Zyklus als typischer Struktur.

Risiko der Prozess-Logik: Ohne klare Routinen verflüssigt sich die Aufmerksamkeit, und die «Daueraufgabe» wird zur Nicht-Aufgabe.

Bewusste Wahl

Brückel et al. raten, bei jeder Schulentwicklungs-Initiative bewusst zu entscheiden: Ist das ein Projekt (mit Anfang und Ende) oder ein Prozess (mit dauerhafter Verankerung)? Welche Strukturen brauchen wir? Wer trägt was?

Häufiger Fehler in der Praxis: Projekte werden gestartet, aber nicht beendet (kein Abschluss-Ritual, keine Auswertung); Prozesse werden wie Projekte behandelt (mit «Abschluss»-Erwartung, danach Versanden). Die saubere Unterscheidung ist eine Schulleitungs-Kompetenz, die datengestützte und nachhaltige Schulentwicklung erst möglich macht.

Fällt die Wahl auf ein Projekt, liefert das operative Projektmanagement (nach Kuster) das Handwerkszeug für die Durchführung – von der Wahl klassisch/agil/hybrid über die Projektorganisation bis zum Multiprojektmanagement.

Verbindungen

Literatur