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Schulentwicklung – gemeinsam unterwegs (Brückel et al.)

Schulentwicklung – gemeinsam unterwegs (Brückel et al.)

Brückel und Kolleg:innen plädieren für ein Verständnis von Schulentwicklung als geteilten, lang anhaltenden Prozess statt als verordnete Reform-Aktion einer Schulleitung. Die Metapher des «gemeinsam unterwegs» verweist auf zwei Kernannahmen: Schulentwicklung gelingt nur, wenn ein Kollegium sie tatsächlich mit-trägt – und sie ist nie ganz «fertig», sondern bleibt eine fortlaufende Bewegung.

Abgrenzung zu Top-down-Reform

Top-down verordnete Reformen scheitern in Schulen mit auffallender Regelmässigkeit – das ist seit Jahrzehnten dokumentiert. Brückel et al. ziehen daraus die Konsequenz, dass tragfähige Veränderung dialogisch entstehen muss. Es genügt nicht, das Kollegium über Reformen zu informieren – Reformen müssen mit ihm gemeinsam entwickelt werden, wenn sie über Jahre wirksam sein sollen.

Das heisst nicht «alles muss konsensuell entschieden werden». Die Schulleitung trägt formal Verantwortung und entscheidet, wo sie entscheiden muss. Aber die Art, wie entschieden wird – mit welchen Beteiligungsformen, mit welcher Transparenz, mit welcher Rückbindung – prägt, ob das Kollegium die Bewegung als seine eigene erlebt.

Verbindung zu anderen Modellen

Das Konzept lässt sich gut mit Rolffs Drei-Wege-Modell verzahnen: Unterrichts-, Personal- und Organisationsentwicklung passieren immer auch entlang sozialer Aushandlungsprozesse, nicht nur in formalen Strukturen. Es passt auch zu Capauls systemischer Sicht: Wer Veränderungen plant, muss die Wechselwirkungen mehrerer Subsysteme bedenken.

Praktisch konkretisiert sich «gemeinsam unterwegs» in Formen wie Steuergruppen, Pädagogischen Tagen, Schulkonferenzen, kollegialen Hospitationen und transparenten Entwicklungsdokumenten, die für alle einsehbar sind.

Verbindungen

Literatur