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Trauma- und schamsensibles Vorgehen in der Körperarbeit

Trauma- und schamsensibles Vorgehen in der Körperarbeit

Bei der Anorexia nervosa bearbeitet die Körperarbeit einen Bereich, der oft als bedrohlich, fremd oder beschämend erlebt wird: den eigenen Körper. Deshalb ist ein trauma- und schamsensibles Vorgehen Grundhaltung, nicht Zusatz. Tragend sind Transparenz, Vorhersehbarkeit, Dosierbarkeit und Zustimmung; therapeutisch indizierte Körperkontakte werden erklärt, persönliche Integrität und Selbstbestimmung werden respektiert (Psychomotorik Schweiz, Berufsordnung 2005) (Probst & Diedens 2017).

Ziel ist, ein fragmentiertes und angstbesetztes Körpererleben wieder in Richtung Kohärenz, Achtsamkeit und erlebbarer Selbstwahrnehmung zu entwickeln – Körperarbeit muss bei AN zuerst Halt, Grenze und Sicherheit vermitteln, nicht Überwältigung oder Konfrontation (Haas 2021). Praktisch heisst das eine Stufung:

Einen Referenzansatz liefert von Arnim am Beispiel der Funktionellen Entspannung: keine schnelle Konfrontation, sondern vorsichtige Stärkung strukturgebender körperlicher Ressourcen – über Grunderfahrungen von Halt, Grenze, Raum und Rhythmus werden basale Selbstgefühle wie Kohärenz, Kontinuität und Eigenaktivität wieder zugänglich; zentral sind zudem Symbolisierung und Selbstfürsorge (von Arnim 1998). Scham- und Emotionsregulation sind dabei zentral, weil Essstörungssymptome oft auch dem Umgang mit Scham, Angst und Selbstabwertung dienen (Sipos & Schweiger 2011).

Verbindungen

Literatur