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Schulleitung als professionalisierte Leitungsfunktion (Capaul)

Schulleitung als professionalisierte Leitungsfunktion (Capaul)

Capaul, Seitz und Keller (2020) behandeln Schulleitung nicht als professionssoziologische «eigenständige Profession», sondern als professionalisierte Leitungsfunktion, deren Qualität über Kompetenz- und Berufsstandards gesichert wird. Das Handbuch selbst ist an den massgeblichen Standards ausgerichtet (EDK-Profil, ISLLC, PSEL).

Professionalisierung über Standards

Capaul verortet die Professionalisierung im Governance-Kontext der Aussenwelt der Schule: Sie wird «durch qualitätssichernde Massnahmen in Form von Aufgabenkatalogen, Pflichtenheften oder allgemein anerkannten Berufsstandards» für Schulaufsicht, Schulleitende und Lehrpersonen angestrebt (S. 82). Standards geben Orientierung für eine effektive Schulführung.

Kompetenz-Grundlage: EDK-Profil, ISLLC, PSEL

Das Buch prüft seine Inhalte an drei Standardwerken (Vorwort, S. 6): dem EDK-Profil für Schulleiterinnen und Schulleiter, den amerikanischen ISLLC-Standards (Interstate School Leaders Licensure Consortium) und den weiterentwickelten PSEL (Professional Standards for Educational Leaders). Die sechs ISLLC-Standards sind bei Capaul in Tab. 5 (S. 84) aufgeführt; auf ihrer Basis lässt sich die Kompetenz und Performanz von Schulleitungen reflektieren.

Ethos: Treue zu den Standards des Berufsstands

Zu den Führungsverantwortungen zählt Capaul ausdrücklich das Einhalten der Standards bezüglich Wissen und Können des Berufsstands – und bezeichnet dies als Ethos (S. 92). Professionalität meint hier also keinen abstrakten Statustitel, sondern die verlässliche Orientierung an den fachlichen Standards des Berufsstands.

Leitungshandeln: Leadership und Management

Die Tätigkeit selbst strukturiert Capaul über die Doppelung von Leadership und Management (vgl. Leadership vs. Management – die Doppelrolle der Schulleitung) sowie über die Management-Ebenen des St. Galler Modells – nicht über einen professionssoziologischen Aufgaben-Cluster. Professionalität zeigt sich darin, beide Modi situativ zu beherrschen.

Verbindungen

Literatur