Überfachliche Kompetenzen im Lehrplan 21

Bereiche

  1. Personale Kompetenzen
  2. Soziale Kompetenzen
  3. Methodische Kompetenzen

1. Personale Kompetenzen

(Selbstreflexion, Selbstständigkeit und Eigenständigkeit)

1.1 Selbstreflexion: Eigene Ressourcen kennen und nutzen

Die SuS –

1.2 Selbstständigkeit: Schulalltag und Lernprozesse zunehmend selbstständig bewältigen, Ausdauer entwickeln

Die SuS –

1.3 Eigenständigkeit: Eigene Ziele und Werte reflektieren und verfolgen

Die SuS –

2. Soziale Kompetenzen

(Dialog- und Kooperationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit und Umgang mit Vielfalt)

2.1 Dialog- und Kooperationsfähigkeit: Sich mit Menschen austauschen, zusammenarbeiten

Die SuS –

2.2 Konfliktfähigkeit: Konflikte benennen, Lösungsvorschläge suchen, Konflikte lösen

Die SuS –

2.3 Umgang mit Vielfalt: Vielfalt als Bereicherung erfahren, Gleichberechtigung mittragen

Die SuS –

3. Methodische Kompetenzen

(Sprachfähigkeit, Informationen nutzen und Aufgaben/Probleme lösen)

3.1 Sprachfähigkeit: Ein breites Repertoire sprachlicher Ausdrucksformen entwickeln

Die SuS –

3.2 Informationen nutzen: Informationen suchen, bewerten, aufbereiten und präsentieren

Die SuS –

3.3 Aufgaben/Probleme lösen: Lernstrategien erwerben, Lern- und Arbeitsprozesse planen, durchführen und reflektieren

Die SuS –

Abgrenzung zur BNE

Die überfachlichen Kompetenzen tragen zur Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) bei, sind aber nicht damit zu verwechseln.

BNE-Themen

Verbindlicher Auftrag

Förderung überfachlicher Kompetenzen ist für alle KLP und FLP verbindlich.

Eine Gegenstimme

Roland Reichenbach hält die Formel «sich eine eigene Meinung bilden» für das schwächste Glied des Kompetenzvokabulars: Das «Eigene» einer Meinung sei kein Gütekriterium, entscheidend seien die Differenziertheit ihrer Begründung und ihre Robustheit gegen Kritik; kritisches Denken bestehe in intellektuellen Tugenden – Aufmerksamkeit, Umsicht, Gewissenhaftigkeit, Wahrhaftigkeit –, nicht im Meinen (2025a, S. 65, 122 f.). Die Kritik trifft eine Rhetorik mehr als den Wortlaut: Die Kompetenz 1.3 verlangt selbst, Meinungen auf ihre Argumente zu befragen und Standpunkte aufgrund neuer Einsichten zu ändern. Als Prüfstein für den Unterricht taugt sie trotzdem – ob dort das Meinen geübt wird oder das Prüfen. Ausführlich in Die «eigene Meinung» als Bildungsziel.

Die Dreiteilung selbst – personal, sozial, methodisch – geht auf Heinrich Roths Trias von Selbst-, Sach- und Sozialkompetenz zurück, die Mündigkeit «operationalisieren» sollte. Reichenbach beschreibt das daraus gewachsene «Kompetenzgebäude» mit der Handlungskompetenz zuoberst als «wundersamen Platonismus», dessen Unterscheidungen nur analytisch sind: Keine Führungsperson kommt ohne Selbst- und Sachkompetenz aus, also ist Führungskompetenz nicht einfach eine Sozialkompetenz (2025b, S. 171–173). An einem Zürcher Katalog überfachlicher Kompetenzen (Grob und Maag Merki 2001) zeigt er, dass zwischen Fertigkeiten, Kompetenzen, Persönlichkeitseigenschaften, Dispositionen, Motiven und Tugenden nicht mehr unterschieden wird (S. 180). Für die Praxis ist das kein Grund, die Bereiche aufzugeben – wohl aber, sie als Ordnungshilfe zu lesen und nicht als Bauplan des Menschen.

Verbindungen

Literatur